Das Gute kommt zu dem, der warten kann

Als ich vor kurzem diesen Satz hörte, wusste ich, treffender kann man die Entwicklung des Comenius-Instituts kaum beschreiben.

In all den Jahrzehnten unseres Bestehens erlebten wir Höhen und Tiefen, bis sich schließlich 2005 die große Wende abzeichnete. Ein neuer Hauseigentümer in der Siebensterngasse hatte Pläne, in die unser Tageszentrum für Menschen mit besonderen Bedürfnissen nicht hineinpasste, und so machten wir uns auf die Suche nach einem neuen Standort. Er sollte geräumig, mit Garten, barrierefrei, mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, und auch noch bezahlbar sein. Eine unglaubliche Herausforderung, in Wien ein derartiges Objekt zu finden, wie sich schnell herausstellte. Einmal, im Sommer 2006, standen wir kurz vor Vertragsunterzeichnung für ein Haus in Hütteldorf, als die Besitzer sich plötzlich von den Verhandlungen zurückzogen. Nach 20 oder mehr Besichtigungen kehrte eine gewisse Ernüchterung ein, und langsam entstand Druck von Seiten des Hauseigentümers, des Fördergebers, der Heimaufsicht und anderen.

In dieser schwierigen Situation beschlossen wir, das Unmögliche zu versuchen, und uns um die sogenannte „Klimt-Villa“ zu bewerben. Unsere Präsidentin, Frau Mag.Dr. Rössel-Majdan, mobilisierte in einzigartiger Weise all ihre Kontakte und mit selbstloser Hilfe einiger Persönlichkeiten, die sich in den Dienst der Sache stellten, konnten wir das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten und die Burghauptmannschaft Österreich von unserem Konzept überzeugen, das auch die Übernahme der Gedenkstätte Gustav Klimt durch das Kuratorium miteinschloss. Schließlich erhielten wir im März 2008 die Zusage für unser ambitioniertes Projekt.

Inzwischen ist über ein Jahr vergangen, das von geistigen und handwerklichen Aktivitäten geprägt war. Gemeinsam mit der Burghauptmannschaft und dem Architekturbüro Neversal haben wir das Grundkonzept weiterentwickelt, und eine große Baustelle in Angriff genommen. Für mich als Quereinsteigerin eröffnete sich eine neue Welt, an der ich aufgrund der vielen Gestaltungsmöglichkeiten schnell großen Gefallen fand. Fast schleicht sich etwas Wehmut ein, dass dieses Projekt nun vollendet ist. Andererseits steht mit der Sanierung der Klimt-Villa die nächste Herausforderung schon bevor.

Für unsere KlientInnen und MitarbeiterInnen wünsche ich mir, dass wir uns rasch in der neuen Umgebung eingewöhnen, dass wir mit den Schulen, Kindergarten und Hort näher zusammenrücken, und auch von den Anrainern akzeptiert und wohlwollend aufgenommen werden. Ich würde mich freuen, bei der Eröffnungsfeier des Comenius-Instituts am 27. Juni 2009 viele interessierte Gäste begrüßen zu dürfen.

Ihre

 

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