Waldorfpädagogische Intensivtherapie

Sprachgestaltung

In der Waldorfpädagogik ist die menschliche Sprache nicht einfach nur Instrument der Mitteilung und Hilfsmittel dafür, den Gedankenfluss in einen logischen Ablauf zu bringen. Die Sprache kann, wenn sie künstlerisch gestaltet ist, heilsam wirken und dem Menschen wohl tun.
 
Die spezifisch gearteten Lautgruppen in der Sprache wirken auf die entsprechenden Organe und Organgebiete des Menschen und müssen zielvoll eingesetzt werden. Die Vokale geben Seelenerlebnisse wieder, in den Konsonanten gestaltet die Seele die Außenwelt nach, in der Silbe verbindet sich beim Zusammenwirken beider Lautarten subjektives und objektives Geistiges. Atem und Pulsschlag formen aus diesen Lauten, Silben und Wörtern Rhythmus, Metrum und Vers.

Musik

Zunächst wird das Erleben der Quint näher gebracht. Das betäubend chaotische musikalische Erleben wird allmählich aus der Bewegung übergeleitet zum innerlich gebundenen musikalischen Fühlen. Es werden alle musikalischen Mittel zur Weckung und Harmonisierung der Seelenkräfte benutzt. Das Gefühl für Schönes und Nicht-Schönes wird gepflegt, einfache Gehörbildung wird vermittelt und einfach Rhythmisch-Melodisches herangebracht. Durch Abwechslung von Selbstbetätigung und Zuhören werden dem Entwicklungsstand angemessene Musikstücke kennen gelernt.

Eurythmie

Eurythmie ist eine Ausdrucksweise durch die körperliche Bewegung, die als selbständige neue Kunst neben Tanz, Musik, Dichtung, Theater, Malerei und Plastik getreten ist. Die durch die Sprech- und Gesangsorgane in der Luft erzeugten Bewegungen und Formen können durch Mitwirkung des Körpers auf den ganzen Menschen erweitert werden.

Laut und musikalischer Klang werden dabei nicht in ihrer alltäglichen Funktion als Kommunikationsmittel verstanden, sondern sind darüber hinaus auch akustische Kundgebung innerer Vorgänge. Je nachdem, ob Sprachliches oder Musikalisches eurythmisiert wird, spricht man von Laut- oder Toneurythmie. In der Heileurythmie werden Kräfte erzeugt, die bei Erkrankungen und körperlichen Schäden Heilung und Linderung bewirken.

Mal- und Farbtherapie, Formenzeichnen

Die Farbe wirkt auf den innersten Seelenbezirk. Sie spricht und regt die Herzens- und Gefühlskräfte an. Sie schafft Stimmungen, erlebt warm, kalt, fröhlich, traurig usw.
Die Linie als Spur einer Bewegung wirkt anregend und formend, besonders auf den Kopfbereich.

Therapeutisches Plastizieren

Die plastische Tätigkeit lässt den Menschen u.a. sich gesund und lebendig in seiner „Haut“ fühlen. Plastische Flächen fühlen – begreifen – ist eine Willenstätigkeit, in der man sich selbst im Raum (im Dreidimensionalen) erfasst.

Man formt und ertastet real durch das Material, durch den Gliedmaßenbezirk seinen ganzen Menschen und steht wacher und bewusster auf der Erde.

Gartenbau

Im Gartenbau wird die Fähigkeit im Umgang mit der Natur mit Bezug auf das praktische Leben vermittelt. Die Nutzung und der verantwortliche Umgang mit der Erde ist ein wichtiger Bestandteil einer dauernden Selbstkorrektur der eigenen Vorstellungen, der Anpassung an die Umwelt und einer Entwicklung von Liebe zur Natur auch in ihrer wirtschaftlichen Ausnützung.

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